ZKF Semesterendpräsentation WS2011/12 : Endpräsentation Ablinger WS2011

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Mobilteil
Webinterface

inside my brain

Franz Ablinger, 8725560, 5.Semester
Universität für Angewandte Kunst Wien, 2012

Wie kann man die communitybildende Wirkung eines Teleroboters durch Gestaltung eines ludischen Webinterfaces unterstützten, steuern und verstärken?

Ausgegangen wurde von einem funkferngesteuerten Telepräsenz-Roboter mit visuellem Rückkanal und Webinterface. Abgesehen von mechanischer Stabilität und Antriebssicherheit wirft ein derartiger Roboter sofort zahlreiche Fragen des Gamedesigns auf:

Wie stellt man sicher, dass die Steuerung durch mehrere user gleichzeitig erfolgen kann?
Anstatt nur jeweils einem user die exklusive Steuerung zu gestatten, wird eine Chatfunktion bereitgestellt, mit dem die user kommunizieren und sich über Fahrziele einigen können. Das zwingt konkurrierende user zur Kooperation. Nach mehreren Versuchen ist die Entscheidung auf einen herkömmlichen IRC-Chat gefallen – die Technologie ist seit Jahrzehnten bewährt, stabil und schnell. Spezifische Kommandos wie kicking und banning werden aber nicht zugelassen, der Chat wird auf reine Kommunikation beschränkt.

Wie werden user dazu animiert, das Interface zu benutzen?
Für den Fall, dass nur ein singulärer user das Interface benutzt, wurde ein chatbot ergänzt, der mit diesem user kommuniziert und mehr oder minder lustig / schroff darum bettelt, ihn herumzufahren. Zum Einsatz kommt ein Derivat der klassischen KI-Engine Eliza (Weizenbaum 1967), mit bot-spezifischer Domäne und englischem Lexikon ausgestattet. Wenn mehrere user im Chat aktiv sind, nimmt sich der chatbot in seiner Interaktion zurück, um die Kommunikation nicht zu behindern.

Wie stellt man die Skalierbarkeit sicher?
Wenn zu viele user vorhanden sind, muss der Internet-Durchsatz gewährleistet bleiben. Daher wird ein externer Server als Reflektor eingesetzt, der die eigentliche Kommunikation mit den usern übernimmt. Das System skaliert problemlos auf hunderte gleichzeitige Benutzer hoch.

Wie wird die Energieversorgung sichergestellt?
Im Dauerbetrieb muss der Mobilteil so einfach wartbar sein wie ein Spielzeugauto. Ein auch für Museumsaufseher leicht zu wechselnder Akkublock wurde vorgesehen – und ein Standby-Modus, der den Mobilteil in niedrigen Energieverbrauch versetzt, wenn er sich nicht bewegt. Dazu wird das letzte aufgenommene Bild festgehalten, die Kamera abgeschaltet und die Funk-Datenverbindung in einen Niedrigenergiemodus versetzt. Damit ist nur täglich der Akku zu wechseln, er hält bis zu zwei Tage.

Meine gewonnenen Erkenntnisse:
Die Community-Bindung ist sehr wohl zu spüren, wenngleich die Faszination der Telepräsenz nicht mehr so anziehend ist, wie ich es erwartet hätte. Es hat sich dennoch wieder eine stabile Community herausgebildet, die regelmäßig das Interface aufsucht und bereitwillig die jeweilige Umgebung erforscht. Konkurrierende user sind nicht mehr so häufig zu beobachten wie am Anfang des Experiments, hier ist die KI-Engine ein unabdingbares Element des Spiels.

URL des Webinterface: http://monochrom.at/insidemybrain